So schreiben Sie eine gute Rede

DIE 6 WICHTIGSTEN PUNKTE FÜRS REDENSCHREIBEN

Weihnachten steht vor der Tür. Nein, nein … Jetzt kommt nicht die Frage, ob Sie schon die ersten Geschenke haben. Aber kann es sein, dass Sie dieses Jahr die Weihnachtsansprache im Business Club oder bei sich im Unternehmen halten? Haben Sie schon was geschrieben oder prokrastinieren Sie bereits – schieben sie diese Aufgabe also erfolgreich vor sich her?

Wo auch immer Sie gerade stehen, Sie haben mein vollstes Mitgefühl. Ich weiß, dass man eine gute Rede nicht so einfach schreibt. Ich weiß aber, wie man eine gute Rede einfacher schreibt. Das möchte ich Ihnen jetzt verraten. Den einfachsten Weg zur Ihrer nächsten Rede gibt es dann als Bonus-Tipp am Ende des Beitrags. Aber noch nicht nachschauen!

1. Beschränken Sie sich auf EIN Thema und EINE klare Botschaft

Besonders Weihnachtsreden leiden darunter, dass sie fast jede Sau berücksichtigen, die im vergangenen Jahr durchs Unternehmen oder die eigene Organisation getrieben wurde. Der pragmatische Chef „erinnert“ noch mal an die schönsten Quartalszahlen der 16 einzelnen Produktionsbereiche, die technischen Vorteile der neuen Fertigungsschiene in Singapur und die Möglichkeit, dass durch die neue Garküche im Hauptwerk jetzt auch Kantinenschnitzel in Biofrische-Qualität serviert werden können. Dafür räumt er sich angemessene 80 Minuten Redezeit ein.

So geht es natürlich nicht.

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Sie möchten eine gute Weihnachtsansprache halten? Dann bleiben Sie unter 10 Minuten, na gut, maximal 15 Minuten, aber mehr auch nicht. Wählen Sie ein Thema und bestenfalls eine Botschaft (höchstens drei).

Und auch wenn – oder gerade weil – Weihnachten ist: Belasten Sie Ihre Zuhörer nicht mit dem Leid der ganzen Welt. Natürlich ist es ebenso christlich wie gerechtfertigt, sich wenigstens zu Weihnachten wieder vor Augen zu führen, wie gut wir es eigentlich haben. Das heißt aber nicht, dass Sie nun einen emotional überfordernden Jahresrückblick starten müssen – angefangen mit den Gräueltaten der ISIS über die Hungersnot in Eritrea und den Ebola-Ausbruch in Westafrika bis hin zur Flüchtlingskatastrophe in Syrien bzw. im Mittelmeer. Aus dem Betroffenheitstief, das Sie damit erzeugen, kommt Ihre Weihnachtsgesellschaft nicht mehr heraus. Auch wenn Sie noch so viel Glühwein bereitstellen …

2. Planen Sie Ihre Reise

Wenn Sie eine Rede halten, sollten Sie wissen, wo es los geht und wo Sie ankommen möchten. Es braucht also eine klare Struktur, ein Ziel und einen Weg dorthin. Dafür müssen Sie Ihr Thema und Ihre Botschaft kennen (siehe letzter Punkt). Ihr Thema ist der rote Faden des Vortrags, er ist quasi die vorgezeichnete Wanderroute. Ganz am Anfang nennen Sie das Ziel (Ihre Botschaft), damit auch jeder weiß, wohin die Reise geht. Entscheiden Sie sich dann für einen einzigen Weg, um dorthin zu gelangen. Verlaufen Sie sich nicht im Themenwald oder Beispiel-Dickicht und versorgen Sie Ihre Zuhörer unterwegs mit ausreichend geistigem Proviant (Fragen, Thesen, Anekdoten, Erkenntnissen usw.).

Sollten Sie das schaffen, wird auch niemand rumquengeln und fragen „Wie lange noch?“ oder „Wann gibt es denn endlich was zu essen?“. Am Ziel angekommen, gönnen Sie Ihren „Mitreisenden“ eine Belohnung bzw. eine Überraschung. Beenden Sie Ihre Rede mit etwas, was in Erinnerung bleibt: sei es ein kluger Gedanke, ein Zitat, ein Appell, ein Versprechen, eine originelle Geschichte oder was immer Ihnen einfällt.

3. Verwenden Sie kurze Sätze und verständliche Worte

Für Reden gilt die KISS-Formel: Keep It Short and Simple. Ihre Sätze sollten im Schnitt nicht über fünf bis sieben Wörter lang sein. Vermeiden Sie Anglizismen, Fachbegriffe, Nominalstil und verschachtelte Gedankengänge. Der Einzige, der dabei ins Straucheln gerät, sind Sie. Selbst wenn Sie komplexeste Sätze fehlerfrei aussprechen können, ist Ihr Publikum längst nicht mehr bei Ihnen. Es ist irgendwo abseits im Formulierungsgestrüpp hängen geblieben.

Halten Sie Ihre Rede, als ob Sie einem guten Freund eine Geschichte erzählen. Verwenden Sie eine klare und verständliche Sprache. Sprechen Sie also so, wie sie auch im Alltag sprechen. Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass komplizierte Begriffe oder Sätze weder Sie noch Ihre Rede intelligenter wirken lassen.

Unterteilen Sie Ihren Vortrag in gut verdaubare Häppchen. Das verschafft Ihnen Zeit, zwischendurch mal Luft zu holen und dem Publikum die Möglichkeit, Ihnen leichter zu folgen.

4. Cinema Cerebralis – Sorgen Sie für Kopfkino

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Verschonen Sie Ihre Zuhörer mit technokratischem Ballast, vermeiden Sie also eine Flut von Zahlen, Daten und Fakten. Erstens wird sich diese niemand merken und zweitens fühlt sich davon auch keiner wirklich angesprochen. Erzeugen Sie stattdessen Bilder und Emotionen. Verwenden Sie eine aktive und bildreiche Sprache. Erzählen Sie Geschichten, ziehen Sie Vergleiche, nutzen Sie Metaphern oder illustrieren Sie Ihre Thesen anhand konkreter Beispiele. Sorgen Sie für Kopfkino.

Je konkreter und alltagsnäher Ihre Erzählungen, desto fassbarer und verständlicher sind sie fürs Publikum. Berichten Sie auch nicht so sehr von den Dingen und ihren Eigenschaften als über das, was diese bei den Menschen auslösen, welche Bedeutung sie haben und wie sie das Leben der Menschen verändern.

Sie werden Ihr Publikum auch kaum mit „beeindruckenden“ Zahlen erreichen. Die meisten sind für unsere Vorstellungswelt einfach zu abstrakt. „Millionen von Menschen leiden unter diesem oder jenem“ – solche Dimensionen sind nicht Bestandteil unseres Alltags und damit zu lebensfern. Zudem nehmen wir viel eher Anteil an Einzelschicksalen. Wenn Sie also über das Schicksal von 100 Flüchtlingen berichten wollen, erzählen Sie von einem Flüchtling. Wenn Sie über das Schicksal von 1 Million Flüchtlingen berichten wollen, erzählen Sie auch von einem Flüchtling.

5. Seien Sie unterhaltsam und authentisch

Humor ist erlaubt. Aber er sollte gut dosiert und ebenso auf das Thema wie auch aufs Publikum abgestimmt sein. Beweisen Sie Feinsinn und vermeiden Sie Schenkelklopfer. Sonst wird es ziemlich schnell peinlich. Und sollte der souveräne bzw. subtile Humor so gar nicht ihr Ding sein, dann lassen Sie es bleiben. Die überzeugendste Rede ist die, bei der Redner er selbst ist.

6. Bleiben Sie unter Ihrer Zeit

Legen Sie Ihre Rede von vorneherein so an, dass Sie unter der vorgegebenen Redezeit bleiben. Packen Sie nicht Stoff für 30 Minuten in eine 20-Minuten-Rede. Schreiben Sie stattdessen für eine 15-Minuten-Rede und nutzen Sie den komfortablen Zeitpuffer, um langsam und deutlich zu sprechen. Nichts lässt Sie souveräner wirken, als wenn Sie einen sichtbar entspannten Vortrag halten.

Und selbst wenn Sie mal fünf Minuten früher fertig sein sollten … Na und? Es ist noch niemand aufgestanden und hat eine nicht ausgenutzte Redezeit reklamiert. Aber schauen Sie mal, wie viele Zuhörer aufstehen (und bereits Richtung Buffet gehen), wenn ein Redner kein Ende findet.

DER WICHTIGSTE PUNKT, WENN SIE SELBST KEINE REDE SCHREIBEN WOLLEN

Engagieren Sie einen Ghostwriter

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Ob für die nächste Veranstaltung der IHK, die Weihnachtsfeier der Rotarier oder den gemeinsamen Abend im Business Club: Eine gute Rede hinterlässt Eindruck. Wo aber nehmen Sie die Zeit her, eine solche Rede zu schreiben? Wieso sollten Sie sich über Tage und Wochen damit belasten, ansprechende Worte zu Papier zu bringen? Wo es eh schon genug Zeit beansprucht, diese Worte für den Vortrag zu lernen.

Engagieren Sie einen Redenschreiber. Teilen Sie ihm mit, was Sie sagen wollen und überlassen Sie das Schreiben dem Profi. Was glauben Sie, wie viele Unternehmer, Politiker oder Entscheider ihre Reden noch selbst schreibt? Die wenigsten. Weil es zeitraubend ist und weil es Experten gibt, die das zu ihrem Beruf gemacht haben.

Sprechen Sie mich an

Ob es darum geht ein Redemanuskript zu überarbeiten oder eine Rede zu verfassen: Lassen Sie uns dazu telefonieren – kostenfrei und unverbindlich. Dann erzähle ich Ihnen, wie Ihre nächste Rede zu einer der eindrücklichsten wird, die Sie bisher gehalten haben.

 

Thomas Orthmann
Tel.: 040 – 870 807 24
E-Mail: ortmann@annuntio.de