Ins Netz gegangen: Der Kauderwels

Durch die ex-ante-Anwendung des Tools erreichen wir in Bezug auf unsere Benchmarks eine Performance-Steigerung, die wir als Herausforderung für die iterativen Reformzyklen antizipieren und entlang unserer Zielvorgaben und Bedürfnisse ausgestalten müssen.

Der Kauderwels ist ein häufiger Vertreter in kommunalen Gewässern. Man findet ihn aber auch verbreitet auf Landes- und Bundesebene. Er gehört zur Familie der Blender, die wiederum der Gattung der institutionellen Breitmaulquatschen entspringt. Der Kauderwels bläht sich in regelmäßigen Abständen sprachlich auf. Sein Ziel ist es, als größter Fisch im Teich zu erscheinen.

Wenn Sie einen Text wie den oben stehenden auf den Tisch bekommen, geben Sie ihn gleich wieder an den Autor zurück – verbunden mit der Bitte, doch verständlich und deutsch zu sprechen. Stellen Sie hingegen fest, dass diese Beeindruckungsrhetorik aus der eigenen Feder stammt, nehmen Sie Urlaub! Lesen Sie ein gutes Buch. Es darf auch gerne ein Groschenroman sein. Sie brauchen nämlich dringend ein Gegengewicht zu Ihrer ausgeprägten Formulitis.

Kurzum: So spricht kein Mensch und so sprechen auch Sie nicht. Oder sagen Sie etwa abends zu Ihrem Partner: „Schatz, ich möchte dieses Wochenende gerne entlang deiner Bedürfnisse gestalten und strebe durch iterative Beischlafzyklen eine nächtliche Performance-Steigerung an.„? Nein! Na also!

TIPPS:

Schreiben Sie kurze Sätze mit nur einer zentralen Aussage. Bei der Deutschen Presseagentur liegt die Obergrenze für eine optimale Verständlichkeit bei 9 Wörtern, 20 Wörter sind die Grenze des Erwünschten und 30 Wörter die Grenze des Erlaubten.

Vermeiden Sie Fremdwörter, Fachbegriffe und sonstige rhetorische Nebelkerzen. Überlegen Sie, wie Sie einen Zusammenhang im privaten Umfeld erklären würden. Genau das ist auch die richtige Sprache für Ihren Text. Vor allem aber nutzen Sie die deutsche Sprache.

Übrigens gibt es einen weit verbreiteten Irrtum: Sie wirken durch Fachsprache nicht kompetenter, sondern sogar dümmer: Eine amerikanische Studie hat gezeigt, dass Studenten bei fachlastiger Sprache davon ausgehen, ihre Profs seien intellektuell schlichtweg nicht in der Lage, sich verständlich auszudrücken.